Heilpädagogisches Reiten

Teilleistungsschwächen Legasthenie und Dyskalkulie

(Legasthenie ist eine Lese-Schreib-Schwäche, Dyskalkulie eine Rechenschwäche)

Unter Teilleistungsschwächen versteht man Leistungsdefizite in begrenzten Teilbereichen wie Rechnen, Lesen, Rechtschreiben, Sprechen oder der Motorik, die bei sonstiger körperlicher, intellektueller und  psychischer Gesundheit auftreten.  Diese Schwächen können die Schulleistungen beeinträchtigen, sodass Betroffene unter Umständen ihr Potential nicht ausschöpfen können. Die Probleme können bis in das Erwachsenenalter anhalten.

Grobmotorik

  • Bewegungsempfindung, -planung und –speicherung

  • Anpassung der Körperspannung

  • Überkreuzen der Körpermittellinie

Feinmotorik

  • Beweglichkeit/Muskeleinsatz Handbereich

  • Zusammenspiel beider Hände

  • Augenbeweglichkeit (nicht den Kopf hin und her bewegen)

  • Beweglichkeit der Zunge/Lippen

Wahrnehmung

  • visuell (sehen)

  • auditiv (hören)

  • taktil (spüren, fühlen)

  • olfaktorisch (riechen)

  • gustatorisch (schmecken)

Körper-Raum-Zeit-Orientierung

  • Körperschema

  • Räumliche Orientierung

  • Zeitliche Orientierung

  • Handlungsplanung

 

Warum ist das Pferd im pädagogischen und therapeutischen Arbeiten so wertvoll?

  • weil es nicht wertet und jeden Menschen mit all seinen Besonderheiten und Defiziten annimmt
  • weil es geduldig ist und den Menschen somit zur Geduld erzieht
  • weil sich durch den Kontakt mit dem Pferd Verspannungen lösen
  • weil das Pferd Körperkontakt erlaubt und somit die Möglichkeit auf körperliche Nähe und Zärtlichkeit bietet
  • weil es bei der Kontaktaufnahme hilft und die zwischenmenschliche Kommunikation fördert
  • weil es hilft, die Wahrnehmung zu schulen, die Sinne zu stimulieren und das Körperbewusstsein zu stärken
  • weil es die Phantasie anregt
  • weil es uns fröhlich stimmt und uns freundlicher und umgänglicher macht
  • weil es uns Grenzen zeigt, wenn es schlecht behandelt wird
  • weil es das Selbstwertgefühl stärkt
  • weil es die Verantwortungsbereitschaft fördert
  • weil es hilft, Ängste zu überwinden
  • weil es ohne Worte spricht und trotzdem versteht

Wobei hilft der Umgang mit dem Pferd?

  • Erhöhen der Konzentrationsdauer und Intensität
  • Förderung von Sensomotorik und sensorischer Integrationsfähigkeit
  • Hilfen zur Gründung von Freundschaften
  • Reagieren und Einstellen auf einen Partner in der Interaktion
  • Aufbau von Selbstwertgefühl
  • Erfahren von Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit
  • Erlernen richtiger Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung
  • Abbau von Ängsten und Aggressionen
  • Aufbau von Vertrauen
  • Trainieren positiver sozialer Verhaltensweisen
  • Schulung der Wahrnehmung
  • Schulung der Motorik
  • Grundlegende Einsichten in das Zusammenleben von Mensch und Tier erlangen
  • Förderung bei Sprachstörungen, Sprachbehinderungen
  • Förderung bei Entwicklungsverzögerungen
  • Emotionale Defizite
  • Hilfe bei Schulangst
  • Hyperaktivität
  • Autismus
  • Lernstörungen
  • Mutismus
  • Essstörungen
  • Stress- und Angstzuständen

 

Sabine Jessner

Reitpädagogin (EAA)

Heiltherapeutisches Reiten

Legasthenie- und Dyskalkulie-Trainerin